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Bestandsaufnahme und Situation der Freien Theater in NRW

Jetzt downloaden! Die Studie von Landesbüro Freie Kultur und Verband Freie Darstellende Künste NRW, gefördert vom Kulturministerium NRW und vom NRW KULTURsekretariat

Studie: Bestandsaufnahme und Situation der Freien Theater in Nordrhein-Westfalen

In ihrer Presseerklärung vom 28.10.2011 verkündete Kulturministerin Ute Schäfer die beabsichtige Erhöhung der Fördermittel für die freie Szene um 1,6 Millionen Euro. Die Ministerin betonte dabei die Vielfältigkeit der freien Szene, »die wichtige künstlerische und gesellschaftspolitische Impulse setzt.«

Die landespolitischen Ereignisse der letzten Tage und Wochen haben diese positive Entwicklung drastisch ausgebremst. Die Entscheidung, ob und wann in Aussicht gestellte Fördergelder für das laufende Jahr bewilligt und ausgezahlt werden, fällt voraussichtlich nach der Verabschiedung des Landeshaushalts 2012, mit der nicht vor Oktober gerechnet wird. Das hat zum Teil gravierende Auswirkungen auf die Projektarbeit der Freien Szene, die aktuell praktisch zum Erliegen gekommen ist, da sämtliche Förderzusagen der vorläufigen Haushaltsführung unterliegen.

Dabei würde das angekündigte Förderkonzept des Landes bereits zahlreiche Handlungsempfehlungen umsetzen, die in der jetzt vorliegenden Bestandsaufnahme zur Situation der freien Theater in NRW vorgeschlagen werden.

In den Jahren 2010 (Bestandsaufnahme) und 2011 (Auswertung) wurden im Auftrag des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und des NRW KULTURsekretariats die Arbeitsbedingungen und inhaltlichen Schwerpunkte der freien Szene NRWs sowie deren Förderung durch öffentliche und private Akteure untersucht. Wissenschaftlicher Partner war hierbei das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft in Person seines Leiters Dr. Bernd Wagner.

Anlass für diese Erhebung war die Feststellung, dass die vorhandenen Förderstrukturen die Produktionsweisen und Existenzbedingungen freier darstellender Künstler nicht mehr adäquat berücksichtigten. Ein neues künstlerisches und gesellschaftliches Selbstverständnis der freien Szene, die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Generationen von freien Künstlern in der Szene sowie die zunehmende überregionale und internationale Ausrichtung der Kulturschaffenden kennzeichnen inzwischen die künstlerische Praxis. Zudem lagen keine aktuellen und verlässlichen Zahlen zur Situation der freien darstellenden Künste in NRW vor, die nach Berlin die zahlenmäßig stärkste freie Szene in Deutschland bilden. Die vorliegende Studie behebt insofern ein lang gehegtes kulturpolitisches Desiderat insbesondere vor dem Hintergrund der bereits bundesweit durchgeführten Untersuchung des Fonds Darstellenden Künste.

Ziel der Bestandsaufnahme war die Ermittlung entsprechender aktueller, empirisch fundierter Daten und das Schaffen einer Grundlage für die Kulturpolitik des Landes und der Kommunen sowie für die kulturpolitisch relevanten Institutionen, aber auch für die Akteure der freien Theaterszene im Hinblick auf die zu führenden inhaltlichen Diskussionen über die Perspektiven des freien Theaters sowie deren Förderung.

Neben einer möglichst großen Anzahl freier Akteure in NRW (Gruppen sowie Produktionshäuser) wurden ausgewählte Kommunen befragt. Ergänzend wurden Experteninterviews mit Akteuren aus der Politik, der freien Szene und mit Förderern geführt.

Neben der Klärung des Begriffs und der Definition der »Freien Theater« standen vor allem die Formen der Zusammenarbeit von Freien Gruppen und Produktionshäusern im Fokus der Studie. Darüber hinaus wurde die Struktur und Funktion der Produktionshäuser, z. B. für Freie Gruppen, untersucht. Ein weiterer Teil der Studie beschäftigte sich mit der wirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen Situation der Akteure der freien Szene sowie mit ihren Leistungen und ihrer Bedeutung innerhalb der Theaterlandschaft bundesweit und in NRW.

Obwohl einige der in der Studie entwickelten Handlungsempfehlungen durch die in Aussicht gestellte Erhöhung der Fördergelder für die freie Szene und der Entwicklung neuer Förderkonzepte durch das Land NRW bereits berücksichtigt wurden, gibt es noch zahlreiche „Baustellen“. Die Theaterförderung NRW liegt – jenseits der intensiven Förderung der freien Szene durch das NRW KULTURsekretariat bsp. durch das »Auftrittsnetzwerk Favoriten« oder das Theaterfestival »Impulse« – größtenteils in den Händen der Kommunen. Deren finanzielle Situation verbunden mit meist veralteten Förderstrukturen führt häufig zu einer prekären wirtschaftlichen Lage freier Gruppen. In vielen Kommunen gibt es zudem gar keine spezifische Förderung für freie Gruppen.

Neben einer Modernisierung von Förderstrukturen empfiehlt die Studie u. a.
-    eine verbesserte Koordination der Förderpraxis der unterschiedlichen Förderer für freies Theater und freien Tanz im Sinne einer Stärkung der freien Szene in NRW im nationalen und internationalen Vergleich/Wettbewerb
-    eine Einbeziehung der freien Theater in die Debatte um die Weiterentwicklung der Theaterlandschaft in NRW
-    eine stärkere finanzielle Unterstützung der großen Produktionshäuser, um Koproduktionstätigkeiten ausbauen zu können
-    bessere finanzielle Ausstattung der mittleren und kleinen Produktionshäuser
-    differenziertere Förderinstrumentarien
-    Empfehlung der Einbindung von Jurys, Beiräten o. a. anderer Fachexpertise (wenn noch nicht vorhanden)

»Das gegenwärtige Verständnis und Selbstverständnis von Freiem Theater ist (…) weniger durch den Anspruch auf Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung bestimmt - auch wenn diese Motive immer noch vorhanden sind. Vielmehr ist es gekennzeichnet durch den Pragmatismus eines „freien Unternehmertums“ mit selbst verwalteten Strukturen, die es den Akteuren ermöglichen, eigene künstlerische Visionen und Ideen umzusetzen; allerdings nehmen die Künstler dabei auch sehr unsichere prekäre Arbeitsverhältnisse in Kauf.«

Die Bestandsaufnahme zur Situation der Freien Theater in NRW steht hier zum Download für Sie bereit, weitere Infos finden Sie auch auf den Seiten des NRW Landesbüros Freie Kultur und des Verbandes Freie Darstellende Künste NRW: www.nrw-lfk.de und www.freie-daku-nrw.de

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